Schwarzes Kleeblatt Das kostenlose Magazin der Anarchosyndikalistischen Jugend Berlin

Schwarzes Kleeblatt
No pasarán! Sie kommen nicht durch!

Europas größten Naziaufmarsch verhindern

Wie alles begann…
☆ Anfang der neunziger Jahre nahmen organisierte Nazis an den offiziellen Trauerfeierlichkeiten am Jahrestag der Bombadierung Dresdens teil. Diese konnten sich damals ungestört unter die bürgerliche Gedenkveranstaltung mischen. Im Februar 2000 kam es zum ersten größeren Aufmarsch der „Jungen Landsmannschaft Ostpreußen“ (JLO) mit 500 TeilnehmerInnen. Motiviert durch die kaum vorhandenen Gegenproteste kamen in den folgenden Jahren immer mehr Nazis aller Spektren nach Dresden, um in ihrem Sinne die Geschichte zu verdrehen und deutsche Täter als Opfer darzustellen.
Mit dem Ziel an den mehr als fraglichen bürgerlichen Gedenkdiskurs anknüpfen zu können, wiederholen sie ihre Aufmärsche. Diese gipfelten darin, dass im Jahr 2009 über 6400 TeilnehmerInnen auf den Straßen Dresdens ihre widerlichen, menschenverachtenden Anschauungen propagieren konnten. Dieses Ereignis stellte bis dahin den größten Naziaufmarsch Europas dar, an dem alle rassistischen und faschistischen Kräfte von „Autonomen Nationalisten“ über Parteinazis von NPD und DVU bis hin zu ultrarechten Burschenschaften teilnahmen. Die Mobilisierung reichte weit über die nationalen Grenzen Deutschlands hinaus und so waren auch RassistInnen aus anderen europäischen Ländern dabei.

Entschlossener Gegenprotest 2010
2010 kam es dann zu einem Wandel. Die Tatsache, dass im letzten Jahr tausende FaschistInnen ungehindert durch die Straßen Dresdens liefen, sollte nie wieder hingenommen werden und so mobilisierten unzählige antifaschistische Initiativen und Gruppen gegen den nächsten Nazigroßaufmarsch am 13.Februar 2010. Allein aus dem ganzen Bundesgebiet fuhren über 200 Busse nach Dresden mit dem Ziel, den Nazis nie wieder die Straße zu überlassen.
Tausende Menschen beteiligten sich an den Gegenaktionen und das Konzept der konsequenten Blockaden jeglicher Straßen rund um den Hauptbahnhof, der als Ort der Auftaktkundgebung der Nazis diente, konnte erfolgreich umgesetzt werden. Die Nazis waren umzingelt und hatten keine einzige Möglichkeit ihre „Demonstration“ zu beginnen. Die Polizei entschied, die Sicherheit der DemonstrantInnen nicht mehr gewährleisten zu können, löste den Aufmarsch auf und die FaschistInnen mussten frustriert den Heimweg antreten. Dieser Erfolg ist einerseits einer breiten Aufklärungs- und Mobilisierungskampange sowie dem entschlossen antifaschistischen Protest zuzuordnen.

Aktuelle Situation
Die Nazis haben für dieses Jahr zwei Veranstaltungen angekündigt. Zum einen ist dies der 13.2., an dem ein Fackelmarsch durchgeführt werden soll, zu dem „nur“ regional mobilisiert wurde. Am 19.Februar soll es zur zentralen Großdemonstration kommen.
Nachdem die Justiz in erster Instanz den Nazis recht gegeben hatte, dass die Polizei die Demo 2010 hätte durchführen lassen müssen, ermutigt dieses die Nazis dieses Jahr wirklich „demonstrieren“ zu können. Ausgehend von beiden antifaschistischen Bündnissen „Dresden Nazifrei“ und „No Pasaran“ wird es Aktionen gegen diese Veranstaltungen geben.

Aufruf
Es gilt an den Erfolg von 2010 anzuknüpfen. Mit tausenden Menschen werden wir auch dieses mal den Naziaufmarsch verhindern. Entschlossen und mit allen Mitteln. Wie letztes Jahr werden wieder hunderte Busse aus vielen Städten des Bundesgebiets nach Dresden fahren, mit dem Ziel den FaschistInnen nicht die Straße zu überlassen und deren Aufmarsch zu blockieren.
Tickets für die Busse aus Berlin nach Dresden gibt es für zehn Euro im Red Stuff oder im Buchladen Schwarze Risse.

Also kommt nach Dresden und lasst uns gemeinsam und solidarisch die Naziaufmärsche verhindern.
Für einen konsequenten Antifaschismus und für eine libertäre Gesellschaft!

Weitere Infos zur aktuellen Situation: no-pasaran.mobi

Dieser Artikel ist in der ersten Ausgabe (Februar/März 2011) des Schwarzen Kleeblatts erschienen. Eine Übersicht über alle Ausgaben, Artikel und den Downloadbereich findest du hier.

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