Schwarzes Kleeblatt Das kostenlose Magazin der Anarchosyndikalistischen Jugend Berlin

Schwarzes Kleeblatt
Frei für alle

Man braucht ein gutes Computerprogramm, doch kann/ will sich keins kaufen? Open Source hilft!

Windows, Microsoft Office, Photoshop, Magix Music Maker… Dies alles sind sehr nützliche, aber auch sehr teure Software, welche für den einfachen Geldbeutel nicht ohne Weiteres bezahlbar sind. Schließlich hat der reichste Mann der Welt, Bill Gates, seinen Reichtum weder mit Öl, Gold oder Aktienspekulationen erworben, sondern mit Software. Doch man muss nicht auf hochwertige Programme verzichten, wenn man sie sich nicht leisten kann.

Bei der sogenannten Open-Source-Software (OSS) handelt es sich um eine Reihe von Lizenzen für Programme, welche es jedem Menschen ermöglichen, diese kostenlos zu benutzen und nach Belieben zu verändern. Um die Lizenzen zu bekommen, müssen einige Punkte beachtet werden:

Die Software liegt in einer für den Menschen lesbaren und verständlichen Form vor:
In der Regel handelt es sich bei dieser Form um Quelltexte, also die in einer Programmiersprache geschriebenen Programme als Textdatei.

Die Software darf beliebig kopiert, verbreitet und genutzt werden:
Für Open-Source-Software gibt es keine Nutzungsbeschränkungen. Weder bezüglich der Anzahl der Benutzer, noch bezüglich der Anzahl der Installationen. Mit der Vervielfältigung und der Verbreitung von Open-Source-Software sind auch keine Zahlungsverpflichtungen gegen einen Lizenzgeber verbunden.

Die Software darf verändert und in der veränderten Form weitergegeben werden:
Durch den offengelegten Quelltext ist Verändern ohne weiteren Aufwand für jedeN möglich, die/der die benutzte Programmiersprache beherrscht. Weitergabe der Software soll ohne Lizenzgebühren möglich sein. Open-Source-Software ist auf die aktive Beteiligung der AnwenderInnen an der Entwicklung geradezu angewiesen. So bietet sich Open-Source-Software zum Lernen, Mitmachen und Verbessern an.

Eines der bekanntesten Beispiele für OSS ist das Betriebssystem Linux, welches es in vielen verschiedenen Ausführungen (Distributionen) gibt. Diese sind kostenlos downloadbar und ersetzen die kommerziellen Betriebssysteme Windows und Mac OS voll und ganz. Durch den komplett offenen Aufbau dieses Systems eröffnen sich ganz andere Möglichkeiten als bei den kostenpflichtigen Betriebssystemen, welche bestimmte Zugänge im Computer versperren und somit eine tief gehende Kontrolle und Beeinflussung des eigenen PCs verhindern. Doch muss man kein Computergenie sein, um mit dem System umgehen zu können. So empfiehlt es sich für NeueinsteigerInnen einfach mal Ubuntu auszuprobieren, welches sehr leicht verständlich ist.
Wenn man ein Programm braucht, welches aber kostenpflichtig ist, so findet man meist ein vergleichbares OSS-Produkt, wenn man nur einmal eine Suchmaschine benutzt. So ist z.B. eine sehr gute Alternative für Photoshop das Programm Gimp, zur Audiobearbeitung eignet sich Audacity, als Alternative zur teuren Bürosoftware Microsoft Office gibt es das mindestens genau so gute Libre Office (früher Open Office) und, und, und. Das Angebot reicht von Audio- und Videobearbeitung, über Bürosoftware, Computerspielen, wissenschaftlichen Tools, Sicherheitssoftware bis zu Werkzeugen zur Systemadministration. Sucht man ein Programm, lohnt sich auf jeden Fall ein Blick auf die Seite sourceforge.net, welche eine große Auswahl von 311.681 Open Source Projekten liefert.

Doch Open Source ist viel mehr als nur kostenlose Software. Mittlerweile gibt es große Open Source Communities, welche miteinander, füreinander und für alle frei erhältliche Programme schreiben und somit das geistige Eigentum öffentlich zur Verfügung stellen. Selbstverständlich ist das nicht, denn seit 1980 kann man mit Software Milliarden US-Dollar verdienen. Doch der Wille, eine offene Gesellschaft zu schaffen, in der niemandem auf Grund der finanziellen Verhältnisse etwas verwehrt wird und das Wissen, welches der Menschheit nützlich ist nicht für sich zu behalten, um daraus Profit zu schlagen, treibt viele Menschen an. Das Phänomen Open Source hat mittlerweile auch die Hardware erreicht. Wie sich das Konzept dort fortführt, könnt in der nächsten Ausgabe des Schwarzen Kleeblatts lesen.

Dieser Artikel ist in der fünften Ausgabe (Oktober/November 2011) des Schwarzen Kleeblatts erschienen. Eine Übersicht über alle Ausgaben, Artikel und den Downloadbereich findest du hier.

Creative Commons Lizenzvertrag

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Über uns
Das Schwarze Kleeblatt ist ein anarchosyndikalistisches Magazin, das Themen und Meinungen von einem sozialrevolutionären Standpunkt aus betrachtet. Es erscheint alle zwei Monate und ist kostenlos als Onlineausgabe und im berliner Raum als Printversion verfügbar. Wir möchten hier nicht nur unsere jeweils aktuelle Ausgabe bzw. deren Artikel online veröffentlichen, sondern auch zur Diskussion stellen. Wenn du Interesse hast, als AutorIn für's Schwarze Kleeblatt aktiv zu werden, Anregungen bzw. Kritik hast oder unsere Zeitung zum Auslegen zugeschickt bekommen willst, dann schreib uns.