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Schwarzes Kleeblatt
Kindergeld für „Drückeberger“

Die Zeit nach dem Schulabschluss ist eine Zeit, in der wir die Antwort auf einige Fragen suchen: Wo gehe ich hin? Vielleicht sogar, wo komme ich her? Was kann ich gut? Wofür interessiere ich mich (wirklich)? Und die Beantwortung all dieser Fragen braucht Zeit. Manchmal eben länger. Doch leider sieht “Vater Staat” das etwas strenger, und so entfällt der Anspruch auf Kindergeld, sobald man sich nicht mehr in einem sogenannten Ausbildungsverhältnis befindet.

Um die 184 € Kindergeld im Monat weiterhin zu erhalten (ggf. über die Erziehungsberechtigten), genügt es, sich auf einen Studien – oder Ausbildungsplatz zu bewerben, den man bspw. wegen zu schlechter Noten auf keinen Fall bekommt. Achtung, das muss jedes Semester neu passieren! Oder aber man schreibt sich für ein Studium ohne bzw. mit niedrigem Numerus Clausus ein, ist also offiziell StudentIn, aber statt die Zeit in überfüllten Hörsälen abzusitzen, nutzt man diese anderweitig. Denn zumindest ein Teil der Lebensfinanzierung ist durch das Kindergeld gedeckt, und wir können uns so (zumindest manchmal) mit Dingen beschäftigen, für die wir vielleicht nie wieder so viel Zeit haben werden: reisen, dicke Bücher lesen, die Nacht zum Tag machen, neue Leute kennenlernen oder einfach mal die Seele baumeln lassen.

Dieser Artikel ist in der neunten Ausgabe (Juni/Juli/August 2012) des Schwarzen Kleeblatts erschienen. Eine Übersicht über alle Ausgaben, Artikel und den Downloadbereich findest du hier.

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