Schwarzes Kleeblatt Das kostenlose Magazin der Anarchosyndikalistischen Jugend Berlin

Schwarzes Kleeblatt
Vernetzung, aber wie?

Erfahrungen aus dem ASJ-Sommercamp

Die meisten Organisationen betonen regelmäßig ihren Anspruch auf überregionale Zusammenarbeit. Auch wir als Anarchosyndikalistische Jugend halten eine Koordination von Aktionen und den Austausch von Erfahrungen auf möglichst großem Raum nicht nur für sinnvoll, sondern auch für notwendig um zu einer befreiten Gesellschaft zu gelangen, damit Fehler nicht wiederholt und positive Erfahrungen weitergegeben werden können. In diesem Sinne haben wir vom 3.August bis zum 5.August unser bundesweites Sommercamp auf Burg Luther veranstaltet (ein libertäres Projekt mit Handwerkstätten und vielen Schlafplätzen nicht weit von Braunschweig) und möchten hier kurz davon erzählen, sowie Erfahrungen, die wir durch das Camp gemacht haben, weitergeben.

Für mich persönlich begann das Camp mit einer Fahrt in einem netten Privatbus vom Bahnhof nach Luther. Dort angekommen (freitag Abend, etwas verspätet) hatte ich das große Begrüßen verpasst und trudelte direkt in ein Plenum, das den Ablauf der Tage klären sollte. Dies lief auch ganz gut und abgesehen von der Diskussion über das morgige Frühstück auch zügig. Ich lernte die ersten Leute kennen und bekam etwas von der Arbeit anderer ASJ-Gruppen mit.

Die Planung im Vorfeld des Camps war von Gruppe zu Gruppe ganz unterschiedlich schwierig. Es zeigte sich, dass geregelte Kommunikationsstrukturen entscheidend wichtig sind und es sei geraten dieses Problem nicht zu unterschätzen. Wir schafften anfangs zwar das Gröbste zu besprechen und haben den genauen Ablauf dann eben vor Ort geregelt, was auch kein herausragendes Problem darstellte, im nachhinein hat es jedoch einiges an Zeit gekostet.

Samstag war dann großer Diskussionstag. Neben einem Austausch über die künftige Zusammenarbeit zwischen den Gruppen, gab es auch Vorträge und Diskussionen zu allgemeineren Themen. So wurde unter anderem über Geschlechterverhältnisse innerhalb der ASJ, die zapatistische Bewegung in Mexiko und über den Begriff der (ArbeiterInnen-)Klasse gesprochen. Aufgelockert wurde der Tagesplan durch gelegentliches Fußballspielen durch eine Burgführung, oder auch einfach nur durch gemeinsames rumliegen und Nichtstun. Was uns auch schon auf den größten Vorteil eines politischen Camps bringt: Neben den Vorträgen ist die gemeinsame Freizeit ein direktes Gegengewicht, was die zermürbenden und manchmal auch konflikteschürenden Diskussionen auflockert. Es ist möglich, nicht nur politischen, sondern auch persönlichen Austausch zu pflegen, der für eine Organisation sehr wichtig ist. Mit ca. 35 Personen haben wir sonntags entschieden in Zukunft regelmäßig und für längere Zeit solche Camps zu veranstalten, da wir alle viel Positives aus den Diskussionen und sonstigen Aktivitäten mitgenommen hatten. Die ASJ internen Diskussionen sollen in Zukunft jedoch ein wenig in den Hintergrund rücken, um das Camp befreundeten Gruppen und Einzelpersonen zu öffnen. Nächstes Jahr geht’s also in die zweite Runde, dann hoffentlich mit noch mehr TeilnehmerInnen, für die Vernetzung einer kämpferische Jugend!

Dieser Artikel ist in der zehnten Ausgabe (September/Oktober 2012) des Schwarzen Kleeblatts erschienen. Eine Übersicht über alle Ausgaben, Artikel und den Downloadbereich findest du hier.

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