Schwarzes Kleeblatt Das kostenlose Magazin der Anarchosyndikalistischen Jugend Berlin

Schwarzes Kleeblatt
Geteiltes Leid ist halbes Leid

Die Idee einer Hausaufgabenbörse

Hausaufgaben machen? Das raubt Zeit und Nerven! Wie wäre es denn, wenn man immer alle Hausaufgaben hat, diese aber nicht jedes Mal selbst machen muss? Der folgende Artikel soll die Grundzüge einer Hausaufgabenbörse darstellen.

Die Grundidee
Ein Mensch erledigt eine Hausaufgabe und gibt diese dann an die anderen weiter. Die sollten natürlich die erledigten Aufgaben am besten abschreiben und ggf. ein wenig verändern, sodass nicht gleich ersichtlich wird, dass alle von einer Person abgeschrieben haben. Die Hausaufgaben werden so aufgeteilt, dass alle ungefähr gleich viel zu tun haben. Bei der Aufteilung sollte möglichst auch darauf geachtet werden, wer welches Fach am Besten kann.

Das A und O
Voraussetzung für so eine Hausaufgabenbörse ist Vertrauen und Zuverlässigkeit. Alle müssen darauf zählen können, dass eine Aufgabe auch rechtzeitig und so gut wie möglich erledigt wird, wenn sie jemand übernimmt. An sich sollte das kein Problem sein, da man ja durch das Aufteilen der Hausaufgaben viel Zeit gewinnt. Wenn jemand mal doch eine Aufgabe nicht erledigen kann, obwohl das so abgesprochen war, sollte dies rechtzeitig an alle anderen kommuniziert werden.

Die Organisation
Am einfachsten ist, diese Idee mit bis zu vier Leuten zu realisieren. Es kann sich ganz einfach in der Pause nach der Stunde abgequatscht werden, wer die erteilte Hausaufgabe übernimmt. Die fertige Aufgabe kann dann in einer Mail an alle anderen geschickt werden.
Doch auch mit mehr Leuten bis hin zur ganzen Klasse ist das machbar. Hier sollten aber klare Absprachen im Vorhinein geschehen, wer welche Hausaufgabe erledigt, da eine große Gruppe nicht so flexibel ist, wie eine kleine. Möglich wäre zum Beispiel die Absprache: Person X übernimmt die nächste Hausaufgabe in Mathe, Person Y die danach und so weiter… Die fertigen Hausarbeiten werden dann in Form eines Textes oder z.B. auch eines Fotos über eine E-Mail-Liste an alle weitergegeben. Bei einer solch großen Gruppe kann jedoch auch darüber nachgedacht werden, ein Internetforum zu benutzen. Hier können Absprachen geschehen und die fertigen Hausaufgaben hochgestellt werden. Die Möglichkeit, hochgestellte Texte zu bearbeiten, ist hier sehr von Vorteil, da so Fehler von anderen nachvollziehbar korrigiert werden können.

Stress mit LehrerInnen
Die Hausaufgaben sollten am Besten nicht einfach kopiert werden, vor allem nicht bei umfangreicheren Textaufgaben. Ein paar Sätze anders zu formulieren, ist wahrscheinlich mindestens nötig, um bei den LehrerInnen nicht aufzufliegen. Falls dies doch mal der Fall sein sollte, behauptet einfach, ihr hättet die Hausaufgaben zusammen gemacht habt und sie seien deshalb sehr ähnlich. Das ist ja schließlich nicht verboten und sollte als gemeinsame Gruppenarbeit sogar eher gelobt werden.

Alles hat seine Nachteile
Durch eine Hausaufgabenbörse spart ihr euch viel Zeit. Wahrscheinlich wird dadurch auch der Zusammenhalt und die Koordination der Mitwirkenden gestärkt. Doch es sollte auch Folgendes bedacht werden: Dadurch, dass man selbst nur noch einen Bruchteil der Hausaufgaben erledigt, kann man schnell aus dem Unterrichtsstoff des Faches raus kommen. Die Folgen könnten schlechte mündliche, sowie schriftliche Noten sein. Hier könnte die Überlegung angestellt werden, nicht nur Hausaufgaben zu machen, wenn man mal wieder an der Reihe ist, sondern auch, falls man es für sich selbst als sinnvoll erachtet. Wenn mehrere Menschen eine Aufgabe erledigen und diese dann allen schicken, kann dies auch nur von Vorteil sein. Auch können im Rahmen einer solchen Börse Lerntreffen organisiert werden, um am Ball zu bleiben.

Anregung statt Anleitung
Dieser Text soll nur grundlegende Gedanken äußern, wie so eine Hausaufgabenbörse ablaufen könnte. Letztendlich muss die Praxis zeigen, was für euch mit euren speziellen Umständen das Beste ist.

Dieser Artikel ist in der zwölften Ausgabe (Januar/Februar 2013) des Schwarzen Kleeblatts erschienen. Eine Übersicht über alle Ausgaben, Artikel und den Downloadbereich findest du hier.

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