Schwarzes Kleeblatt Das kostenlose Magazin der Anarchosyndikalistischen Jugend Berlin

Ausbildung statt Ausbeutung!

Bio gut – alles gut?

Unter dem Slogan „Ausbildung statt Ausbeutung“ befindet sich ein Mitglied der FAU Berlin zurzeit im Arbeitskonflikt mit ihrem Ausbildungsbetrieb. Es geht dabei um einen Bio-Hof namens „Teltower Rübchen“, ansässig in der gleichnamigen Kleinstadt südlich von Berlin, der seine Produkte auf Wochenmärkten in der Region, aber auch weit darüber hinaus vertreibt.

Die Missstände sehen wie folgt aus: Unsere Genossin kriegt nach einer 65%igen Lohnanhebung nach wie vor nur 260 Euro netto im Monat, für 30 Stunden Arbeit pro Woche! Das liegt nicht nur weit unter dem Branchentarif der IG BAU, es ist auch absolut betrachtet eine abartig niedrige Summe! Aber auch die Arbeitsbedingungen weisen erhebliche Mängel auf. So fordert unsere Genossin beheizte Umkleide-, wie Pausenräume für sich und ihre KollegInnen. Ein mündliches Zugeständnis hinsichtlich einer ordentlichen Vermittlung von Arbeitsinhalten, sowie einer Verbesserung der sanitären Situation wurden von der Arbeitgeber-Seite bereits getätigt.

Natürlich hält die Genossin trotzdem an ihren Forderungen fest, die FAU Berlin geht mit ihr nun in die Offensive. Derzeit läuft eine Öffentlichkeitskampagne, in deren Rahmen Flugblätter auf Wochenmärkten und anderen relevanten Ereignissen verteilt werden, die darüber aufklären was für miserable Arbeitsbedingungen hinter der Bio-Fassade des Hofes stecken. Am Samstag den 26.01. hielt die FAU Berlin vor der Grünen Woche – wo auch der besagte Betrieb vertreten war – eine Kundgebung ab und klärte die BesucherInnen über den Sachverhalt auf. Wir können sicher sein, dass die Öffentlichkeitsarbeit nur der erste Schritt des Kampfes ist, solange die Arbeitgeberseite sich nicht entgegenkommend zeigen sollte. In der Tradition syndikalistischer Kampfmethoden wären beispielsweise ein Boykottaufruf oder andere unkonventionelle Maßnahmen durchaus denkbar.

Die ASJ Berlin erklärt sich in diesem Konflikt mit der FAU Berlin solidarisch und mahnt „Teltower Rübchen“ dazu an, den Forderungen unserer Genossin umgehend nachzukommen. Ihr alle seid dazu aufgerufen, Veranstaltungen zu diesem Thema aufzusuchen! Bio geht nur fair – diese Hungerlöhne werden wir nicht hinnehmen!

Mehr Infos auf Berlin.FAU.org

Dieser Artikel ist in der dreizehnten Ausgabe (März/April 2013) des Schwarzen Kleeblatts erschienen. Eine Übersicht über alle Ausgaben, Artikel und den Downloadbereich findest du hier.

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